Liparische Inseln - Genuss, Natur und entschleunigtes Inselhopping
Nach der Landung in Catania ging es in nur 2 Std. Fahrt in den Hafen von Milazzo. Da es Nachsaison war, konnten wir unsere Fährtickets entspannt im Hafen kaufen und entgegen unserer ersten Idee haben wir uns doch für ein Speedboot entschieden. Die Fähre benötigt 2 Stunden für die Strecke nach Lipari und das Speedboot eben nur eine und es fährt viel häufiger. Auch wenn es schöner gewesen wäre draußen zu sitzen, haben wir dann bevorzugt lieber schneller da zu sein.
Trubeliger Hauptort von Lipari
Im Hafen von Lipari hat dann schon unser Taxi gewartet und in 10 min. sind wir 600 m steil den Berg hochgefahren. Unser zauberhaftes Hotel Mea hat uns schon erwartet. Unser Zimmer gefällt, es ist ordentlich sauber und nicht zu klein. Der Balkon bietet einen traumhaft schönen Ausblick und ist wirklich groß. Von oben sehen wir schon den Pool, also gehen wir als erstes schwimmen.
Am Abend wollen wir dann das Städtchen erkunden. Der Hauptort von Lipari ist zauberhaft und viel, viel größer, als wir uns das vorgestellt haben. So viele Restaurants, Bars, Geschäfte - wir sind völlig erschlagen von dem Trubel. Im Reiseführer hieß es, in der Nachsaison müsse man damit rechnen, dass das ein oder andere geschlossen ist?! Hier schieben sich abends italienische Großfamilien, Wandergruppen, Individualreisen, Segler und so auch wir durch die Stadt. Nachsaison - weit gefehlt.
Es gibt eine solche Vielzahl an Restaurants in allen Preisklassen, schicke Boutiquen, Eisdielen und jede Menge Gelegenheit, an einem schönen Platz ein Glas Wein zu trinken.
Strandfeeling in Cannetound Acquacalda
Idealerweise ist man mit dem Bus unterwegs, denn Mietwagen gibt es kaum und in der Hochsaison ist es auch verboten ein Auto mit auf die Inseln zu nehmen. Taxis sind recht teuer.
So sind wir am nächsten Tag, auf der Suche nach einem schönen Strand, mit dem Bus in 3 km nach Canneto gefahren. Alle 30 min pendelt dieser, bis in den späten Abend. Der Bus fährt unten im Hafen von Lipari los und man fährt zur Endstation und läuft dann noch mal circa 15 Minuten über einige Treppen entlang der Küste, um zu einer schönen Bucht zu kommen. Die Liegen hier Kosten in der Nachsaison 20 € für zwei mit Schirm, der Strand ist Kies wie überall auf der Insel, man braucht Badeschuhe. Es gibt eine dort nette Bar.
Im Grunde genommen könnte man auch in Canetto am Stadtstrand bleiben. Meer und Beach unterscheiden sich nicht sehr.
Das Busnetz hier ist echt klasse und so fahren wir am kommenden Tag in den Norden der Insel nach Acquacalda. Der Strand hier ist noch mal steiniger und das Meer etwas wilder. Der Blick nach Salina rüber ist toll. Wir haben herrliche Sunbeds gemietet und hören das Rauschen des Meeres und lesen. Die Preise sind allerdings sportlich in der Hochsaison, 50 € für die Liege, jetzt zum Glück nur 30€ - das ist Italien.
Ausflug nach Panarea, der elegantesten Insel des Archipels
Ausflugsboote gibt es unendlich viele hier im Hafen von Lipari. Uns sind diese zu voll und das Programm mit zwei oder drei Inseln an einem Tag und Stopp jeweils 1 Stunde Aufenthalt gefällt uns nicht. Wir nehmen einfach die große Autofähre und können draußen sitzen sein. Her sind deutlich weniger Menschen und wir genießen es sehr, individuell unterwegs zu sein.
So fahren wir gemütlich über Salina nach Panarea und hatten vorher gelesen, dass es die Insel der „Reichen und Schönen“ ist und dass man, bevor man sich setzt, einen Blick in die Karte werfen sollte. Fakt ist, ja es gibt einige sehr schön und exklusive wirkende Restaurants, aber wir haben im Café und auf der wunderschönen Außenterrasse eines Hotels für Kaffee, Cappuccino, Wasser und Brioche nicht mehr bezahlt als auf Lipari und genießen den Tag sehr. Die Boutiquen hier sind schick, aber auch hier gibt es eine breite Range an Preisen und Auswahl.
Die Häuschen sind schön und es erinnert uns alles ein bisschen an die Kykladen. Ein gemütlicher Tag mit vielen Fotostopps, der Ausblick ist immer wieder großartig. Unser Highlight des Tages war sicherlichdem Be & Entladen der großen Autofähre am Morgen im Hafen von Panarea zuzuschauen. Hier auf der Insel verkehren nur Dreirad-Lasten-Fahrzeuge, E-Scooter und Golfwagen. und So werden die Tomaten für den Supermarkt oder die Blumen für die Hochzeit oder der große Kühlschrank, der ausgetauscht werden, muss alles im Golfwagen oder auf Lastenkarren verladen. Ein herrliches Spektakel, dem man gut bei einem Kaffee und dem allgegenwärtigen warmen Brioche zuschauen kann.
Morgens um 11:30 Uhr sind wir angekommen und um 15:00 Uhr fahren wir wieder zurück und wieder über Salina. So hatten wir eine tolle und lohnenswerte Ganztagestour, ganz individuell und sehr entschleunigt.
Zum Abschiedsabend in Lipari haben wir einen Tisch in einem besonders schönen Fischlokal reserviert. Es gibt hervorragendes Risotto, ein tolles Ragout und Thunfisch in süßem Wein mit Fenchel.
Weiterreise auf die grüne Insel Salina
Nach 4 Nächten hieß es dann Abschied nehmen von Lipari und weiter geht’s für 3 Tage auf die 30 min entfernte Insel Salina. Im Hafen angekommen wartet schon unser Shuttle und steil geht es den Berg hinauf. Puh, wenn wir das später laufen müssen.
Nach dem herzlichen Check-in und dem Bezug unseres gemütlichen Zimmers, genießen wir erst einmal den unglaublichen Blick auf den Stromboli, der zur Begrüßung gleich kleine Aschewolken ausstößt. Hier im Hotel serviert man bereits zum Frühstück ganz frische hausgemachte Granitas (Eissorbets) und dazu warmen Brioche und das Ganze mit Vulkanblick. So Besonders!
Dann geht es für uns doch ans Meer und wir nehmen unsere Badeschuhe und laufen bis runter an den Steinstrand. Das Meer ist auch hier unglaublich warm und klar. aber das mit den Steinen ist schon ein bisschen ungemütlich, dafür hat man keinen Sand im Zimmer.
Auf dem Rückweg, bevor es den Berg hinauf geht, noch schnell einen Tisch für das Abendessen reservieren. Wir haben einen tollen Tipp bekommen, was sich später auch als goldrichtig herausstellt. Die Leute stehen wirklich an der Straße an, um einen Tisch im angesagtesten Lokal des Ortes zu bekommen und wir sitzen quasi in der ersten Reihe ???? Das Essen, der Service und der Wein sind hervorragend und was soll ich sagen, wir haben gleich für den kommenden Abend noch mal reserviert.
Capo Faro - abgeschiedener 5 Sterne Luxus in Traumlage auf Salina
Hier auf Salina befindet sich ein ganz wundervolles 5 Sterne Refugium, das zu den Relais & Chateaux Hotel gehörende Capo Faro, das mit einer spektakuläre Lage und hervorragender Gastronomie glänzt. Das müssen wir uns anschauen.
Nur 28 Zimmer und von überall einfach traumhafte Ausblicke über das Meer bis hin zum Stromboli; eine große Ruhe und Exklusivität zeichnen diesen Ort aus. Inmitten von Weinreben befinden sich die ebenerdigen Bungalow-Zimmer.
Im Capo Faro sitzt man und liest im Garten oder auf der eigenen Terrasse, schwimmt ein paar Runden im riesengroßen Pool und möchte bewusst auf „sehen und gesehen werden“ verzichten. Wer hier herkommt braucht das nicht!
Ein ausgezeichnetes Michelin Stern Restaurant rundet das Hotelangebot ab; wir sind in Italien und da ist die Kulinarik nochmals wichtiger.
Kapern und Malvasia sind die Spezialitäten
Am letzten Tag hier auf Salina wird am Hotelpool gefaulenzt und am späten Nachmittag geht es hinunter in den Ort. Unser klarer Tipp ist der Aperitivo vorne im Hafen neben der Kirche.
Nach dem Abendessen heute gönnen wir uns noch ein Panna Cotta mit salziger Karamellsauce. Super lecker! Kapern sind der bekannteste Exportartikel der Insel und in Salz eingelegt. Zum Dessert hätte ich sie nicht unbedingt gebraucht. Aber es gibt hier auch Eis mit Kapern und man ist stolz auf die gute Qualität. Da schmeckt uns der süße Malvasia-Wein doch besser, ein wenig wie Port und unverzichtbar zum Abschluss. Nach Granita mit Brioche die nächste Spezialität dieser kleinen Insel.
Nach 7 Tagen geht es zurück nach Catania zum Flughafen. Wir haben das Gefühl sehr weit weg von zu Hause gewesen zu sein. Wir sind perfekt entschleunigt, haben wundervoll gegessen und 3 tolle Inseln entdeckt.
Fazit: Ein unbekanntes Stück Europa, das zum Glück nur per Fähre erreicht werden kann. Nichts für reine Strandfans, aber für Liebhaber von Inselhopping, guter Küche und Weitblicken aufs Meer und in die Natur.
27. Mai 2026
Katja Galle